Berichte aus der Gemeinde

Segnung des neuen CVJM Kreisverbandsvorstand Iserlohn in Ergste und Vortrag von Heribert Prause „Geteilte Einheit“

In Ergste gibt es viele Sonntage, an denen etwas Besonderes im Gottesdienst stattfindet.  Der erste Juligottesdienst stand unter dem Thema „Sehnsucht nach Gott“, von der Suche nach Gott und dem Gefunden werden durch Gott.

Musikalisch bereicherte der ökumenische Kirchenchor Ergste den Gottesdienst.     

Der neue geschäftsführende Vorstand des CVJM-Kreisverbandes wurde im Rahmen des Fürbittengebetes von Pfarrer Thomas Gössling gesegnet. „Wir wollen euch mit Gottes Segen an die Arbeit schicken“, so Pfarrer Gössling in seiner Begrüßung.  Sven Körber ist der erste Vorsitzende, Alanna Kockskemper  stellvertrendende Vorsitzende, Julien Dörner Kassenwart und Alexandra Schröder ist Schriftführerin. Sven Körber gehört zur Ergster Kirchengemeinde. Gottes Segen für die anspruchsvolle Tätigkeit des Vorstandes ist eine persönliche Stärkung und zeigt zudem die Verbundenheit der Kirchengemeinde und dem CVJM, da sie im Rahmen des Gottesdienstes stattgefunden hat.

Nach dem Gottesdienst hielt der Künstler Heribert Prause aus Menden einen kurzen Vortrag zu zwei seiner Installationen, die er mitgebracht hatte und die im Altarraum der Ergster Johannis-Kirche zu bewundern waren. Heribert Prause ist in Ergste kein Unbekannter. Er hat für den Segensweg die Station „Dialog“ an der JVA in Ergste gestaltet.

 „Geteilte Einheit“ so der Titel der Metallskulptur, angefertigt mit dem Hintergrund des diesjährigen Reformationsjubiläums. Man sieht ein 53 cm hohes Metallkreuz, dessen Vorder-und Rückseite identisch ist. Getrennt ist es nur durch eine Edelstahlwand. Das Kreuz ist sowohl für evangelische als auch katholische Christen ein Symbol ihres Glaubens. Die Stahlwand symbolisiert die Trennung beide Konfessionen. Das Besondere in dieser Edelstahlwand ist, dass in der Mitte ein Kreuz ausgetrennt ist. Dies zeigt, dass sowohl für evangelische Christen als auch katholische Christen das Kreuz im Mittelpunkt ihres Glaubens und Lebens steht.

„Für die Gesamtchristenheit wünsche ich dynamische Zielstrebigkeit und Ausstrahlung, aber auch Bindung und Zusammenhalt untereinander im Zeichen des Kreuzes.“ so der Künstler.

Das andere Kunstwerk zeigt drei Säulen, die im oberen Teil des Kunstwerkes vereint werden. Die Säulen stellen das Christentum, das Judentum und den Islam dar.

Im Anschluss an dem Vortrag gab es die Möglichkeit die Kunstwerke näher zu bewundern und Herrn Prause viele Fragen zu stellen

Nach dem Gottesdienst und dem Vortag lud der CVJM- Ergste mit selbstgebackenen Leckereien zu einem Kirchcafé ein, dass durch den einsetzenden Regen vom Kirchvorplatz in die Kirche verlegt wurde, was dem gemeinsamen Miteinander nicht schadete.

Annette Kaufmann

Segenswegtag und Tauffest in Ergste

Der  Sonntag  Trinitatis wird in Ergste „Segenswegtag“ genannt. Der Segensweg ist ca. 12, 6 km lang. Er führt durch Ergste an 12 Kunstwerken vorbei, die von verschiedenen Künstlern zu jeweils einem unterschiedlichen Bibelvers gestaltet sind. Er ist eine Art geistlicher Pilgerweg. Jeder Teilnehmer ist eingeladen, auf Gottes Impulse im eigenen Leben zu hören und  sich zu öffnen für Gottes Segen als Quelle und Kraft für jeden Tag.

Geplant wurde der Segenswegtag wie schon in den Vorjahren von Pfarrer Thomas Gössling und Simone Rynk. Matthias Holtmann verzaubert die Teilnehmer immer wieder mit seinen ausgefallenen Musikinstrumenten. Ebenso Klara Pientka mit der Gitarre.

In diesem Jahr trafen sich rund 50 Interessierte aus der Gemeinde und aus anderen Orten, um den Segensweg  nach einer Andacht in der St.-Johannis Kirche gemeinsam zu gehen. Der Segenswegtag fand bereits schon zum 8.Mal statt. Er wird bei jedem Wetter durchgeführt. Sowohl glühende Hitze als auch strömenden Regen haben die Ergster hierbei schon erlebt.

Der Weg führt durch das schöne grüne Ruhrtal, durch Felder und Wiesen und Wälder von einem Kunstwerk zum nächsten. An der jeweiligen Station verweilten  alle und hörten den zugehörige Bibelvers, der vorgelesen wurde.

So auch an der Taufstation am Elsebad, an der wenige Tag zuvor das Tauffest der Ergster Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Elsebadteam stattgefunden hat. Hier wurden Pfingstmontag 4 Kinder getauft, mit Wasser aus dem Elsebach. Diese Station fasziniert durch ihre besondere Atmosphäre, im Elsebad kann der größte Badebetrieb sein, geht man dann ein paar Stufen zu der Taufstation hinab, ist es still und man hört nur das Murmeln des Wassers.

Den gesamten Segensweg sind in diesem Jahr rund 30 Pilger mitgegangen darunter sogar ein kleines Mädchen im Buggy bis zu der über achtzig jährigen Rentnerin.

Am Ende des Weges konnten die Pilger sich an der Station Brunnen, die sich an der Kirche  befindet, von Pfarrer Thomas Gössling Gottes Segen persönlich zusprechen lassen.

Mittlerweile ist der Segensweg in den Wanderführer des Kreises Unna aufgenommen. Auch auf der Segensweghomepage finden Interessierte  wertvolle Informationen www.segensweg.de

Konzert zur Wiederinbetriebnahme der Orgel

Anfang Mai wurde mit einem Konzert die Wiederinbetriebnahme der Orgel der Kirchengemeinde Ergste gefeiert. Monatelang schwieg die Orgel im Gottesdienst, da umfangreiche Reparatur und Renovierungsarbeiten erforderlich waren.

Das Alter der Orgel ist nicht genau bekannt, einige Orgelpfeifen stammen aus dem 18. Jahrhundert, Als die Kirchengemeinde Ergste ihre Kirche 1831 fertig errichtet hatte, fand auch die Orgel ihren Weg nach Ergste, Berichten zufolge kommt  sie möglicher aus dem Kloster Grafschaft aus dem Sauerland. Erbaut hat sie die  Firma Ibach. Wann das genau war, ist unbekannt, auf jeden Fall deutlich vor 1868, da es aus dem Jahr Aufzeichnungen eines Protokolls des Presbyteriums gibt. Dort ist nachzulesen, dass  die Renovierung der Orgel genehmigt wurde.

Im letzten Jahrhundert erfolgten umfangreiche Reparaturarbeiten, da die Orgel durch Kriegszerstörungen  nicht mehr spielbar war. Unter anderem wurde auch ein elektrisches Windgebläse eingebaut.

In den 60iger Jahre erfolgte ein größerer  Umbau der Orgel, unter anderem wurde ein Rückpositiv eingebaut, da die Orgel auf zwei Manuale erweitert werden sollte.

Fast 50 Jahre später klang die Orgel nicht mehr so, wie sie klingen sollte. Es gab diverse technische Probleme, die einen großen Einsatz des Orgelbauers Oliver Schulte und sein Team erforderlich machten.

Im Januar 2017 wurde die Orgel abgebaut und in die Orgelwerkstatt Schulte in Kürten im Bergischen Land gebracht. Hierzu mussten über 1200 Pfeifen sorgfältig ausgebaut und verpackt werden. Die dann dort alle gesäubert und geputzt wurden.  Die Verschleißteile wurden ausgetauscht, der poröse Balg neu beledert.

Die Ergster Gemeindemitglieder wollten nach einigen Wochen wissen, wie es ihrer Orgel geht.  So machten sich rund 25 Personen mit dem  Bus auf dem Weg um ihr einen Besuch abzustatten. Sie erfuhren dort viel über die Wartungsarbeiten und  über die  Orgelkrankheit Zinnpest, die die Pfeifen befällt.

Nach den Putzen der Orgelpfeifen und allen anderen Wartungsarbeiten reiste die Orgel, zerlegt in viele  Einzelteile, wieder nach Ergste, um dort wieder zusammengebaut und gestimmt zu werden.

An Anfang Mai war es dann endlich soweit, die rundum gesäubert und renovierte Orgel erklang in einem Festkonzert wieder in der Kirche. Die Schwerter Kantorin Clara Ernst ließ die Orgel brillant vor rund 80 Personen jubilieren, wobei die musikalische Bandbreite von Bach und Schütz bis hin zu William Llyod Webber reichte. Dieses besondere  Konzert bereicherte auch der ökumenische Kirchenchor Ergste, unter der Leitung von Werner Broszeit, der humorvoll durch das Konzert führte. Lothar Gröschel  erfreute die Zuschauer mit seinem Horn mit einem Satz aus einem Hornkonzert von Richard Strauß, begleitet von der Orgel-

Orgelbauer Oliver Schulte berichtete kurzweilig über die Geschichte der Orgel und seine Arbeiten und beantworte Fragen. Er versprach, dass die Ergster jetzt viele Jahre Ruhe vor erneuten Säuberungen und Reparaturen haben. Die Zinnpest ist beseitigt und der Staub von vielen Jahren ist entfernt.

Annette Kaufmann

Glaubenskurs 2017: Quellen aus denen Leben fließt

Der Glaubenskurs zum Ende des Winters ist schon fast eine Institution in der Ergster St. Johannis-Gemeinde. Der diesjährige Kurs war bereits der neunte und fand an drei Dienstag-Abenden im Februar in unserem Gemeindehaus statt. Das Thema „Quellen, aus denen Leben fließt“ stellt Verbindungen her zwischen Lebenssituationen der Menschen in der Gegenwart und Begegnungen mit Jesus, wie sie im Neuen Testament berichtet werden.

Der erste Abend handelte zunächst von einem großen Missverständnis (Joh 4, 5-30): Jesus trifft am Jakobsbrunnen eine Samariterin. Sie schöpft für ihn Wasser aus dem Brunnen. Er verspricht ihr „lebendiges Wasser“, das jeden Durst bis in Ewigkeit stillen wird. Sie freut sich darauf, dass sie dann niemals mehr Wasser schöpfen muss. – Ganz langsam beginnt sie jedoch zu ahnen, dass Jesus größer ist als alle Propheten und dass er ihr Leben viel grundlegender verändern wird als nur bezüglich des Wasserschöpfens. Parallel dazu erarbeiteten die Kursteilnehmer, dass das lebendige Wasser der Glaube ist und dass Menschen, die sich von diesem Wasser berühren und verwandeln lassen, die Wahrheit Gottes erkennen und selbst zu einer Quelle werden.

Bibelstelle des zweiten Abends war der sogenannte „vierfache Acker“, ein Gleichnis über das in drei Evangelien berichtet wird (Mt 13, 1-9; Mk 4, 1-9; Lk 8, 4-8). Es handelt davon, dass beim Vorgang des Säens die Bodenqualität eine große Rolle spielt: Es kann sich um festgetretene Erde, um Fels, um unkrautigen Boden oder um einen guten Humusacker handeln. Herausgearbeitet wurde, dass das Saatgut in diesem Gleichnis Gottes Wort ist, welches bei den Menschen auf sehr unterschiedliche Resonanz treffen kann. Der Sämann – Jesus – ist die Quelle des Glaubens.

Am dritten Abend ging es um Lebenswege: Wege unter unterschiedlichen Bedingungen und mit unterschiedlichen Erfahrungen: Krumm, gerade, steil, lieblich … . Dies wurde anhand des Bodenbildes deutlich (Bild 2). Die zugehörige Bibelstelle ist der schwere Weg von Jerusalem nach Emmaus, den zwei Jünger nach dem Tod Jesu gehen (Lk 24, 13-35). Dieser Weg ist deshalb so schwer, weil die großen Hoffnungen, die sie in Jesus gesetzt hatten, nun verloren erscheinen. Ein Fremder gesellt sich zu Ihnen und legt ihnen anhand der biblischen (alttestamentarischen) Texte dar, dass der Messias gemäß der Schrift zwingend den Tod erleiden musste. Es wird immer heller in ihren Herzen. Schließlich erkennen die Jünger in diesem Fremden den auferstandenen Christus, der für sie zur Quelle neuer Kraft wird. Daher können sie leicht den weiten Weg von Emmaus nach Jerusalem zurückeilen, um den dort versammelten Jüngern die frohe Botschaft ihrer Begegnung mit dem Auferstandenen zu berichten.

Geleitet wurde der Kurs von Ursula Fischer und Bettina Gockel. Das pädagogische Konzept basierte auf Bodenbildern, also Landschaften, die in der Mitte eines großen Stuhlkreises auf dem Fußboden aufgebaut waren (siehe Bild 2); außerdem auf Texten, Bildern und Liedern. Theologisches Vorwissen wurde bei diesem Kurs nicht erwartet. Schön war die Offenheit in der Gruppe. Die Teilnehmer diskutierten und brachten eigene Glaubenserfahrungen ein.

Ein herzliches Dankeschön ging an die beiden Leiterinnen, nicht nur für den Kurs, sondern auch für die zeitintensive Teilnahme an den Schulungen. Weiterer Dank galt der musikalisch-instrumentalen Unterstützung durch Frau Pritz und Frau Zierke. Gern erwähnt sei an dieser Stelle auch die Förderung durch die Johannisstiftung.

Mathias Dubke

   
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