Konzert zur Wiederinbetriebnahme der Orgel

Anfang Mai wurde mit einem Konzert die Wiederinbetriebnahme der Orgel der Kirchengemeinde Ergste gefeiert. Monatelang schwieg die Orgel im Gottesdienst, da umfangreiche Reparatur und Renovierungsarbeiten erforderlich waren.

Das Alter der Orgel ist nicht genau bekannt, einige Orgelpfeifen stammen aus dem 18. Jahrhundert, Als die Kirchengemeinde Ergste ihre Kirche 1831 fertig errichtet hatte, fand auch die Orgel ihren Weg nach Ergste, Berichten zufolge kommt  sie möglicher aus dem Kloster Grafschaft aus dem Sauerland. Erbaut hat sie die  Firma Ibach. Wann das genau war, ist unbekannt, auf jeden Fall deutlich vor 1868, da es aus dem Jahr Aufzeichnungen eines Protokolls des Presbyteriums gibt. Dort ist nachzulesen, dass  die Renovierung der Orgel genehmigt wurde.

Im letzten Jahrhundert erfolgten umfangreiche Reparaturarbeiten, da die Orgel durch Kriegszerstörungen  nicht mehr spielbar war. Unter anderem wurde auch ein elektrisches Windgebläse eingebaut.

In den 60iger Jahre erfolgte ein größerer  Umbau der Orgel, unter anderem wurde ein Rückpositiv eingebaut, da die Orgel auf zwei Manuale erweitert werden sollte.

Fast 50 Jahre später klang die Orgel nicht mehr so, wie sie klingen sollte. Es gab diverse technische Probleme, die einen großen Einsatz des Orgelbauers Oliver Schulte und sein Team erforderlich machten.

Im Januar 2017 wurde die Orgel abgebaut und in die Orgelwerkstatt Schulte in Kürten im Bergischen Land gebracht. Hierzu mussten über 1200 Pfeifen sorgfältig ausgebaut und verpackt werden. Die dann dort alle gesäubert und geputzt wurden.  Die Verschleißteile wurden ausgetauscht, der poröse Balg neu beledert.

Die Ergster Gemeindemitglieder wollten nach einigen Wochen wissen, wie es ihrer Orgel geht.  So machten sich rund 25 Personen mit dem  Bus auf dem Weg um ihr einen Besuch abzustatten. Sie erfuhren dort viel über die Wartungsarbeiten und  über die  Orgelkrankheit Zinnpest, die die Pfeifen befällt.

Nach den Putzen der Orgelpfeifen und allen anderen Wartungsarbeiten reiste die Orgel, zerlegt in viele  Einzelteile, wieder nach Ergste, um dort wieder zusammengebaut und gestimmt zu werden.

An Anfang Mai war es dann endlich soweit, die rundum gesäubert und renovierte Orgel erklang in einem Festkonzert wieder in der Kirche. Die Schwerter Kantorin Clara Ernst ließ die Orgel brillant vor rund 80 Personen jubilieren, wobei die musikalische Bandbreite von Bach und Schütz bis hin zu William Llyod Webber reichte. Dieses besondere  Konzert bereicherte auch der ökumenische Kirchenchor Ergste, unter der Leitung von Werner Broszeit, der humorvoll durch das Konzert führte. Lothar Gröschel  erfreute die Zuschauer mit seinem Horn mit einem Satz aus einem Hornkonzert von Richard Strauß, begleitet von der Orgel-

Orgelbauer Oliver Schulte berichtete kurzweilig über die Geschichte der Orgel und seine Arbeiten und beantworte Fragen. Er versprach, dass die Ergster jetzt viele Jahre Ruhe vor erneuten Säuberungen und Reparaturen haben. Die Zinnpest ist beseitigt und der Staub von vielen Jahren ist entfernt.

Annette Kaufmann

   
© Evangelische Kirchengemeinde Ergste
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