Berichte aus der Gemeinde

Jonglage, Hotdogs und die Botschaft der Bibel

Vom 14. bis 18. März fand in Ergste erstmalig Jesushouse statt, organisiert und durchgeführt vom CVJM Ergste zusammen mit Thomas Seeger aus Bargteheide, Teen- und Jugendreferent vom EC-Nordbund,  Die JugendveranstaltungJESUSHOUSEmöchte jungen Leuten zwischen 13 und 21 Jahren den christlichen Glauben verständlich näher bringen. Vom 20.02. bis 02.04.2017 gibt es JESUSHOUSE an 250 Orte in Deutschland. Die jeweiligen Veranstalter entscheiden sich entweder für die Altersstufe 13- 17 oder 17 bis 21 Jahre.

In Ergste lud der CVJM von Dienstag bis Freitag Jugendliche im Alter von 13 bis 17Jahre ins Gemeindehaus ein, um miteinander Spaß zu haben, etwas zu essen und miteinander in der Bibel zu lesen. Der letzte Abend, Jesushouse in der Kirche war besonders gut besucht. Der CVJM Ergste, bekannt für sein riesiges Repertoire an Spielen, hatte im Gemeindehaus einiges an Spielen vorbereitet, vom Kicker, Dart, Carabande über Kalindrom  bis zum Mini Discgolf.

Zusätzlich gab es jeden Tag Workshop-Angebote Kreatives (Taschenbemalen), Musikband, Erste Hilfe, Discgolf, Jonglage, die von den Jugendlichen begeistert angenommen wurden. Anschließend gab es Stärkungen. An jedem Tag gab es einen anderen kulinarischen Snack: Sandwiches, Crêpes, Hotdogs, Muffins, Rohkost, da war für jeden Geschmack etwas dabei.

Im Anschluss an  Spiel, Sport, Spaß und Snacks stand dann eine Beschäftigung mit einer biblischen Geschichte auf dem Programm. Jeder Abend stand unter einem Thema, wie z.B.: „ Nah. Du wirst besucht“ (Weihnachtsgeschichte nach Lukas) oder „Dabei. Du wirst staunen“  (Lukas, 24 Emmausjünger). Die Jugendlichen lasen gemeinsam die Geschichte und konnten ihre Fragen zum Bibeltext an Thomas Seeger stellen. „Ich staune, was in euren Köpfen abgeht. Die besten Fragen sind die, die mich mir selbst noch nicht gestellt habe.“ Er wurde ganz schön gefordert von den Jugendlichen. Nach Beantwortung der Fragen gab Thomas Seeger noch einen Impuls, warum ihm die Geschichte wichtig ist und was sie mit einem Leben mit Gott zu tun hat.

Thomas Seeger war die Begeisterung für die Bibel und die Freude und Spaß mit Jugendlichen zusammen zu sein, deutlich anzumerken.

Sven Körber, vom CVJM Organisationsteam war sehr erfreut: „Ich habe das Gefühl, die Jugendlichen gehen froh nach Hause. Das Gesamtkonzept Spiel, Spaß, Begegnung und Botschaft kommt an“  Bei JESUSHOUSE müssen die jungen Leute nichts leisten oder etwas vorweisen, sie können einfach da sein, so wie sie sind. Dass sie sich sehr wohl gefühlt haben, wird daran deutlich, dass einige an jedem Abend gekommen sind und sogar andere Aktivitäten wie Musikschule hierfür ausfallen ließen.

An jedem Abend gab es musikalische Unterstützung aus unterschiedlichen Orten, die Band der Kirchengemeinde Ergste war dabei, die in dieser Besetzung zum ersten Mal gemeinsam auftrat, Philipp Sternemann am Flügel vom Jugendreferat Iserlohn, Ten Sing aus Hennen und eine CVJM Band aus Wuppertal.

Am Ende von JESUSHOUSE  blickte das Organisationsteam auf eine schöne Zeit zurück, „Super“, so beschrieb Martin Zierke kurz und treffend, Vorsitzender des CJVM, die Woche. Es hat nicht nur den jugendlichen Gästen gefallen, auch die Teamer haben etwas für sich mitgenommen. „Es tut gut, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen “, so beschrieb Martin Zierke die Impulse von Thomas Seeger. Diese Woche wird sicherlich allen Teamer und Besuchern in positiver Erinnerung bleiben.

Annette Kaufmann

Foto von links nach rechts: Martin Zierke, Sven Körber und Thomas Seeger

Unglaublich - Kirchenkabarett

Der Bauverein lud zum Kirchenkabarett

Unglaublich

Unter dieser Überschrift lud der Bau- und Förderverein für Freitag, den 04.11.2016, zu einem Kabarettabend mit dem Hattinger Solokabarettisten Martin Funda ein. Dieser ist neben seiner selbständigen Künstlertätigkeit mit einer halben Pfarrstelle in der Ev. Kirche von Westfalen tätig und hat seinen Dienstsitz in Sprockhövel.

Erster Programmpunkt war – nachdem man dem freundlichen Empfangsteam im Eingangsbereich des Gemeindehauses seine Eintrittskarte gezeigt hatte – ein Sektempfang im Foyer und im kleinen Saal. Dabei wurden ausgiebig Kontakte gepflegt. Im großen Saal waren für die ca. 100 Gäste bereits drei lange Tafelreihen mit gutem Blick auf die Bühne aufgebaut.

Eröffnet wurde der Abend vom Vorsitzenden, Herrn Hartmut Pritz. Er wies in seiner Ansprache auf die Aufgaben des Bauvereins hin, auf die zahlreichen bislang geförderten Projekte und auf das aktuell förderungsbedürftige Sorgenkind: Die Orgel.

Dies wurde anschließend sofort von dem Kabarettisten, der in roter Hose und weißem T-Shirt an der Bühnenrampe gesessen hatte, aufgegriffen: Er habe im Freitagsstau vor Ergste überlegt, ob man die Orgel nicht durch eine Ziehharmonika ersetzen könne; oder besser, ob er die Orgel aus seiner eigenen Kirche in Sprockhövel mitbringen sollte. Die hätte allerdings nach dem Transport möglicherweise ebenfalls Förderungsbedarf.

Außerdem gewann er die Sympathien des Publikums, indem er ein bekanntes Wortspiel neu erfand: Sein Auftritt in Ergste könnte sich als die ärgste Herausforderung seiner bisherigen Karriere erweisen.

Sodann zeigte er sich als Kenner der Kirchenbürokratie: Nachdem er sich überzeugt hatte, dass auch Katholiken im Publikum saßen und die Veranstaltung somit ökumenisch war, reimte er: „Der große Gott in seinem Zorn schuf Bielefeld und Paderborn“. Damit ‚zitierte‘ er seine evangelischen und katholischen Amtsbrüder, die vom Landeskirchenamt Bielefeld bzw. vom Erzbistum Paderborn aus regiert werden.

Während das Publikum sich noch amüsierte, hatte ein freundliches Team im kleinen Saal ein liebevolles kaltes Schnittchenbuffet aufgebaut. Dieses Team füllte auch den nach dem Pausensignal vorbeiströmenden Gästen die Teller. Erneut bestand Gelegenheit zum Gespräch, hauptsächlich über die gerade erlebte Bühnenkunst.

Ein guter Künstler zeigt erst in der zweiten Halbzeit seine Spitzenleistungen: Martin Funda erwies sich hier als ein Gitarrist und Violinist, der sogar im Kopfstand – unter Mitwirkung von zwei Assistenten aus dem Publikum – noch Gitarre spielen konnte (siehe Foto). Danach war es kein Wunder, dass das Publikum mit anhaltendem Applaus noch eine Zugabe forderte und erhielt, bis der Künstler schließlich erklärte, er müsse nun aber nach Hause und ins Bett.

Durfte er aber nicht, weil der Vorsitzende ihm zunächst mit launigen Worten eine Flasche Wein überreichte, um dann noch einmal auf den beklagenswerten Zustand der Orgel und das Körbchen am Ausgang hinzuweisen.

Strahlende Gesichter und ein wohlgefülltes Körbchen für die Orgel waren das Ergebnis dieses schönen und unterhaltsamen Abends.

- Mathias Dubke –

Männerkreis am 18.10.2016 Thema: Der Islam und moderne offene Gesellschaften; vorgetragen von Herrn Dr. Kirste

Männerkreis  am 18.10.2016

Thema: Der Islam und moderne offene Gesellschaften; vorgetragen von Herrn Dr. Kirste

Wegen des von der Kinderbibelwoche voll belegten Gemeindehauses tagte der Männerkreis am 18.10. im Johannisraum neben der Kirche. Trotz strömenden Regens fanden 26 Zuhörer – nicht nur Männer und nicht nur evangelische Christen  – den Weg dorthin; sicherlich auch, weil das Thema „Islam“ in unserem Alltag und in den Medien immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Nachdem der ursprünglich geplante Besuch des Alevitischen Kulturzentrums in Schwerte mangels Ansprechpartnern nicht stattfinden konnte, war es den Organisatoren Dr. Wilfried Hammacher und Bernd Westerhoff gelungen, mit Herrn Dr. Kirste einen hochkarätigen Islam-Fachmann für den Vortrag zu gewinnen. Nach seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer war er Schulreferent für Lehrerfortbildung in den Kirchenkreisen Iserlohn und Lüdenscheid; er hat Schulbücher zum Thema Islam in den europäischen Ländern rezensiert und ist heute Koordinator der Interreligiösen Arbeitsstelle in Nachrodt.

Bereits in seiner Einleitung wies Herr Kirste daraufhin, dass man sowohl in der Bibel (sogar im Neuen Testament) wie auch im Koran immer Textstellen finden kann, die aus heutiger Sicht verstörend klingen. Bezüglich der Bibel könne man z.B. fragen, ob das „richtige“ Christentum eher in der Bergpredigt oder im 2. Petrusbrief beschrieben wird.

Die Bibel ist nach christlicher Auffassung ein menschliches Zeugnis von Gottes Wirken. Sie kann deshalb durchaus Widersprüche enthalten. Der Koran hingegen ist nach muslimischer Auffassung Gottes Wort, wie es dem Propheten Mohammed offenbart wurde. Neben dem Koran spielen für den Islam die Hadithe eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um Überlieferungen, welche über die Handlungen des Propheten informieren.

Wichtig sind auch die 5 Säulen des Islam, die Pflichten, die einen gläubigen Muslim auszeichnen: Das Bekenntnis zur Einheit Gottes, das tägliche Gebet, das regelmäßige Fasten, eine Wallfahrt nach Mekka sowie das Spenden von Almosen.

Um die muslimische Lehre und muslimisches Recht korrekt in die heutige Zeit zu übertragen, bedient man sich einer Fatwa. Hierbei handelt es sich um ein Rechtsgutachten einer muslimischen Autorität, meistens einer anerkannten Universität.

Ähnlich wie es im Christentum Konfessionen gibt (Evangelisch, Katholisch, Orthodox, Freikirchlich … ), so gibt es auch im Islam unterschiedliche Glaubensrichtungen. Die wichtigsten sind das Sunnitentum, das die deutliche Mehrheit darstellt und das Schiitentum, das hauptsächlich auf den Iran und den Irak konzentriert ist. (Die Aleviten sind eine nur in der Türkei beheimatete Glaubensrichtung.) Herr Kirste erwähnte, dass von Saudi-Arabien aus ein eher aggressiver Islam finanziert wird, der eine Gefahr für die moderateren Strömungen, z.B. in Indonesien darstellt.

Einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden monotheistischen Religionen sah Herr Kirste darin, dass die Aufklärung im 17. Und 18. Jahrhundert im Christentum – nach mühsamem Ringen – fest verankert werden konnte, während sie im Islam nach kurzem Aufflackern weitestgehend zurückgedrängt wurde.

Für den heutigen Islam ist es problematisch, dass die religiösen Führer im islamischen Orient häufig von der Politik ernannt werden. Aufgrund der aktuellen politischen Instabilitäten ist auch die wissenschaftliche und religiöse Autorität dieser Führer oft zweifelhaft. Verhängnisvoll kann das werden, wenn deren Lehren durch elektronische Medien („Internet“) eine Verbreitung finden, die von der Qualität der Inhalte her in keiner Weise gerechtfertigt ist. Dadurch kann sich auch in der westlichen Welt das Bild von einem friedlichen Islam schnell ändern.

Die Diskussion, die Frank Fischer etwas straffer als üblich leiten musste, dauerte wegen des großen Interesses deutlich länger als geplant. Viele kontroverse Themen wie das Frauenbild, das Verhältnis zu anderen monotheistischen Religionen sowie die Folgen des Kolonialismus wurden angesprochen.

Zusammenfassend ist es gelungen, ein aktuelles Thema von einem ausgewiesenen Fachmann darstellen zu lassen. Die 10 Themen des Männerkreises in diesem Jahr überstreichen einen weiten Bereich. Das Oberthema „Weltreligionen“ an diesem Abend hat unter diesen 10 Perlen einen völlig eigenen Glanz zeigen können.

- Mathias Dubke -

20 Jahre Johannis-Disco

Am 8.10. 2016 war ein besondere Tag für die Johannis-Disco in Ergste. Sie feierte zwanzigjähriges Bestehen.  

Einmal im Monat treffen sich fast 200 Menschen, behinderte junge Leute, ihre Begleiter und viele ehrenamtliche Helfer im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Ergste und erfüllen es mit  Musik und Tanz. Das Einzugsgebiet der Disco ist groß, reicht von Schwerte Dortmund und Hagen, Märkischer Kreis bis zum Ruhrgebiet. Auch von Bigge Olsberg waren schon Besucher da.

Das ist ein Grund zur Freude und zum Danken und deshalb begann die Jubiläumsfeier mit einem Gottesdienst. Magret Hunke vom Team der Johannis-Disco begrüßte die Gäste im festlich geschmückten Gemeindehaus.

Pfarrer Martin Wehn (theologischer Geschäftsführer Diakonie Mark Ruhr) und Pfarrerin Martina Bergmann (Netzwerk Diakonie) fragten in ihrer Dialogpredigt die Gottesdienstbesucher, was für sie so toll am Tanzen sei. Tanzen lässt den Alltag und Probleme vergessen,  weckt Freude und macht Spaß, so die Antworten  Auch in der Bibel wurde schon getanzt. Nach dem Auszug aus Ägypten tanzte und sang Miriam mit ihren Freundinnen vor Freude. Martina Bergmann schloss die Predigt mit den Worten des alten Kirchenvaters Augustinus: "O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.“

Hans- Georg Winkler überbrachte Glückwunsche der Stadt Schwerte und bezeichnete die Disco als gelebter Inklusion.

Stephan Pritz, Vorsitzender der Presbyteriums Ergste, blickte in seinem Grußwort auf die Anfänge der Johannisdisco zurück. Zwei Mütter von behinderten Kindern wollten das Gemeindehaus für eine Disco für ihre Kinder und ihre Freunde mieten und trugen dem Presbyterium ihr Anliegen vor. Das Presbyterium war von der Idee begeistert und die Gemeinde übernahm die Trägerschaft. Und so fand nach monatelanger Vorbereitung am 5.10.1996 die erste Johannisdisco statt. Auch damals platzte das Haus aus allen Nähten. Stephan Pritz dankte stellvertretend für alle Mitarbeiter Inge Blumberg, die eine der Mitbegründerinnen war und sich jetzt aus der Leitung zurückgezogen hat.

Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, Schüler, Studenten, Eltern, Rentner wäre die Johannis-Disco nicht möglich.

Zum Geburtstag gab es ein großes Geschenk, eine neue Behindertentoilette, finanziell unterstützt von dem dem Bau- und Förderverein der Kirchengemeinde Ergste und dem Fond Barrierefreier Kirchenkreis Iserlohn und der Sparkassenstiftung.

Im Anschluss an den Gottesdienst und den Grußworten begann die Disco, eröffnet von einer Vorführung der Powerkids Iserlohn. Als Überraschungsgast trat Schlagersänger Sandy Wagner auf, der das Publikum mit seiner Musik begeisterte.  Auch für das leibliche Wohl war mit Kuchen und Herzhaftem gut gesorgt. Alle Anwesenden hatten viel Freude an der Jubiläumsfeier und freuen sich schon auf die nächste Johannis-Disco.

Annette Kaufmann

   
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