Berichte aus der Gemeinde

Männerkreis am 18.10.2016 Thema: Der Islam und moderne offene Gesellschaften; vorgetragen von Herrn Dr. Kirste

Männerkreis  am 18.10.2016

Thema: Der Islam und moderne offene Gesellschaften; vorgetragen von Herrn Dr. Kirste

Wegen des von der Kinderbibelwoche voll belegten Gemeindehauses tagte der Männerkreis am 18.10. im Johannisraum neben der Kirche. Trotz strömenden Regens fanden 26 Zuhörer – nicht nur Männer und nicht nur evangelische Christen  – den Weg dorthin; sicherlich auch, weil das Thema „Islam“ in unserem Alltag und in den Medien immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Nachdem der ursprünglich geplante Besuch des Alevitischen Kulturzentrums in Schwerte mangels Ansprechpartnern nicht stattfinden konnte, war es den Organisatoren Dr. Wilfried Hammacher und Bernd Westerhoff gelungen, mit Herrn Dr. Kirste einen hochkarätigen Islam-Fachmann für den Vortrag zu gewinnen. Nach seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer war er Schulreferent für Lehrerfortbildung in den Kirchenkreisen Iserlohn und Lüdenscheid; er hat Schulbücher zum Thema Islam in den europäischen Ländern rezensiert und ist heute Koordinator der Interreligiösen Arbeitsstelle in Nachrodt.

Bereits in seiner Einleitung wies Herr Kirste daraufhin, dass man sowohl in der Bibel (sogar im Neuen Testament) wie auch im Koran immer Textstellen finden kann, die aus heutiger Sicht verstörend klingen. Bezüglich der Bibel könne man z.B. fragen, ob das „richtige“ Christentum eher in der Bergpredigt oder im 2. Petrusbrief beschrieben wird.

Die Bibel ist nach christlicher Auffassung ein menschliches Zeugnis von Gottes Wirken. Sie kann deshalb durchaus Widersprüche enthalten. Der Koran hingegen ist nach muslimischer Auffassung Gottes Wort, wie es dem Propheten Mohammed offenbart wurde. Neben dem Koran spielen für den Islam die Hadithe eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um Überlieferungen, welche über die Handlungen des Propheten informieren.

Wichtig sind auch die 5 Säulen des Islam, die Pflichten, die einen gläubigen Muslim auszeichnen: Das Bekenntnis zur Einheit Gottes, das tägliche Gebet, das regelmäßige Fasten, eine Wallfahrt nach Mekka sowie das Spenden von Almosen.

Um die muslimische Lehre und muslimisches Recht korrekt in die heutige Zeit zu übertragen, bedient man sich einer Fatwa. Hierbei handelt es sich um ein Rechtsgutachten einer muslimischen Autorität, meistens einer anerkannten Universität.

Ähnlich wie es im Christentum Konfessionen gibt (Evangelisch, Katholisch, Orthodox, Freikirchlich … ), so gibt es auch im Islam unterschiedliche Glaubensrichtungen. Die wichtigsten sind das Sunnitentum, das die deutliche Mehrheit darstellt und das Schiitentum, das hauptsächlich auf den Iran und den Irak konzentriert ist. (Die Aleviten sind eine nur in der Türkei beheimatete Glaubensrichtung.) Herr Kirste erwähnte, dass von Saudi-Arabien aus ein eher aggressiver Islam finanziert wird, der eine Gefahr für die moderateren Strömungen, z.B. in Indonesien darstellt.

Einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden monotheistischen Religionen sah Herr Kirste darin, dass die Aufklärung im 17. Und 18. Jahrhundert im Christentum – nach mühsamem Ringen – fest verankert werden konnte, während sie im Islam nach kurzem Aufflackern weitestgehend zurückgedrängt wurde.

Für den heutigen Islam ist es problematisch, dass die religiösen Führer im islamischen Orient häufig von der Politik ernannt werden. Aufgrund der aktuellen politischen Instabilitäten ist auch die wissenschaftliche und religiöse Autorität dieser Führer oft zweifelhaft. Verhängnisvoll kann das werden, wenn deren Lehren durch elektronische Medien („Internet“) eine Verbreitung finden, die von der Qualität der Inhalte her in keiner Weise gerechtfertigt ist. Dadurch kann sich auch in der westlichen Welt das Bild von einem friedlichen Islam schnell ändern.

Die Diskussion, die Frank Fischer etwas straffer als üblich leiten musste, dauerte wegen des großen Interesses deutlich länger als geplant. Viele kontroverse Themen wie das Frauenbild, das Verhältnis zu anderen monotheistischen Religionen sowie die Folgen des Kolonialismus wurden angesprochen.

Zusammenfassend ist es gelungen, ein aktuelles Thema von einem ausgewiesenen Fachmann darstellen zu lassen. Die 10 Themen des Männerkreises in diesem Jahr überstreichen einen weiten Bereich. Das Oberthema „Weltreligionen“ an diesem Abend hat unter diesen 10 Perlen einen völlig eigenen Glanz zeigen können.

- Mathias Dubke -

20 Jahre Johannis-Disco

Am 8.10. 2016 war ein besondere Tag für die Johannis-Disco in Ergste. Sie feierte zwanzigjähriges Bestehen.  

Einmal im Monat treffen sich fast 200 Menschen, behinderte junge Leute, ihre Begleiter und viele ehrenamtliche Helfer im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Ergste und erfüllen es mit  Musik und Tanz. Das Einzugsgebiet der Disco ist groß, reicht von Schwerte Dortmund und Hagen, Märkischer Kreis bis zum Ruhrgebiet. Auch von Bigge Olsberg waren schon Besucher da.

Das ist ein Grund zur Freude und zum Danken und deshalb begann die Jubiläumsfeier mit einem Gottesdienst. Magret Hunke vom Team der Johannis-Disco begrüßte die Gäste im festlich geschmückten Gemeindehaus.

Pfarrer Martin Wehn (theologischer Geschäftsführer Diakonie Mark Ruhr) und Pfarrerin Martina Bergmann (Netzwerk Diakonie) fragten in ihrer Dialogpredigt die Gottesdienstbesucher, was für sie so toll am Tanzen sei. Tanzen lässt den Alltag und Probleme vergessen,  weckt Freude und macht Spaß, so die Antworten  Auch in der Bibel wurde schon getanzt. Nach dem Auszug aus Ägypten tanzte und sang Miriam mit ihren Freundinnen vor Freude. Martina Bergmann schloss die Predigt mit den Worten des alten Kirchenvaters Augustinus: "O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.“

Hans- Georg Winkler überbrachte Glückwunsche der Stadt Schwerte und bezeichnete die Disco als gelebter Inklusion.

Stephan Pritz, Vorsitzender der Presbyteriums Ergste, blickte in seinem Grußwort auf die Anfänge der Johannisdisco zurück. Zwei Mütter von behinderten Kindern wollten das Gemeindehaus für eine Disco für ihre Kinder und ihre Freunde mieten und trugen dem Presbyterium ihr Anliegen vor. Das Presbyterium war von der Idee begeistert und die Gemeinde übernahm die Trägerschaft. Und so fand nach monatelanger Vorbereitung am 5.10.1996 die erste Johannisdisco statt. Auch damals platzte das Haus aus allen Nähten. Stephan Pritz dankte stellvertretend für alle Mitarbeiter Inge Blumberg, die eine der Mitbegründerinnen war und sich jetzt aus der Leitung zurückgezogen hat.

Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, Schüler, Studenten, Eltern, Rentner wäre die Johannis-Disco nicht möglich.

Zum Geburtstag gab es ein großes Geschenk, eine neue Behindertentoilette, finanziell unterstützt von dem dem Bau- und Förderverein der Kirchengemeinde Ergste und dem Fond Barrierefreier Kirchenkreis Iserlohn und der Sparkassenstiftung.

Im Anschluss an den Gottesdienst und den Grußworten begann die Disco, eröffnet von einer Vorführung der Powerkids Iserlohn. Als Überraschungsgast trat Schlagersänger Sandy Wagner auf, der das Publikum mit seiner Musik begeisterte.  Auch für das leibliche Wohl war mit Kuchen und Herzhaftem gut gesorgt. Alle Anwesenden hatten viel Freude an der Jubiläumsfeier und freuen sich schon auf die nächste Johannis-Disco.

Annette Kaufmann

Konficamp 2016

Am letzten September-Wochenende trafen sich rund 75 Kofirmandinnen und Konfirmanden aus den Kirchengemeinden Ergste, Westhofen/Garenfeld und Hennen in Berchum zu ihrem Konficamp. Sie befassten sich in sieben Gruppen mit den zehn Geboten und schrieben hierzu eigenständig ein Theaterstück. Jede Gruppe verfasste eine Szene zu einem Gebot. Diese wurde dann voller Elan am Sonntag in Westhofen in der Kirche vor den Angehörigen und Freunden aufgeführt. Die Szenen spielten in der heutigen Welt der Jugendlichen.  In vielen Szenen spielte das Handy eine große Rolle, es wurde gestohlen und jemand falsch verdächtig oder die Schüler benutzten es im Unterricht.

Beim Gebot „Du sollst den Feiertag heiligen“ spielten sie zunächst Abschnitte aus einem normalen Familienalltag, mit Aufstehen, zur Schule gehen, Sporttraining etc.. Am Sonntag dann läuteten die Kirchenglocken und der Konfibus fuhr vor und alle stiegen ein, um zum Gottesdienst zu gelangen.

Unterstützt wurden das Konficamp von vielen ehrenamtlichen jungen Teamern aus den drei Kirchengemeinden und Pfarrer Thomas Gössling (Ergste), Pfarrerin Gunhild Krumme (Wethofen/Garenfeld) und Pfarrerin Christine Grans (Hennen). Vom Jugendreferat Iserlohn war Philipp Sternemann tatkräftig dabei, der zum ersten Mal dieses Konficamp erlebte und beeindruckt war, wie in so kurzer Zeit die Jugendlichen das Theaterstück entwickelt und einstudiert haben.

Am Ende waren alle müde und erschöpft von einem sehr intensiven Wochenende, das Teamer und Teilnehmer so schnell nicht vergessen werden. Das Fazit einer Konfirmandin aus Ergste lautete: „Es war sehr schön!“ 

Annette Kaufmann

Anmeldegottesdienst neue Konfis

Am 11.09. fand der Anmeldegottesdienst der neuen Konfis statt. Die Teamer und Pfarrer Thomas Gössling hatten sich etwas Besonderes ausgedacht, um die jungen Menschen anzusprechen. Es ging um das Thema Verbindung, zwischen Menschen und auch um die Verbindung zu Gott.

Im Alltag der jungen Menschen ist es heutzutage ganz wichtig eine richtige Verbindung zu haben. Ohne Netz-Verbindung gelingt die Kommunikation per Facebook, Twitter, WhatsApp oder SMS nicht. So wurde die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn durch Chats von den zwei Brüdern und ihrem Vater live dargeboten. Wer den Chatverlauf lesen möchte, kann es hier tun:  http://ev-kirche-ergste.de/verlorenersohn.pdf

Im Anschluß an den Gottesdienst wurden die Anmeldezettel der neuen Konfis ausgefüllt und es gab eine Stärkung inform von Waffeln und Getränke vom CVJM.

Annette Kaufmann

   
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